Schlaf und psychische Erkrankungen – bi-direktionale Zusammenhänge - Prof. Dr. Dieter Riemann / Vorlesungsreihe: BDP trifft DGSM

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26. November 2026, 18:00 - 19:30
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Referent

Moderator 1 des Webinars: Prof (i.R.) Dr. rer.soc. Dipl. Psych. Dieter Riemann 

Prof (i.R.) Dr. rer.soc. Dipl. Psych. Dieter Riemann 

Klinischer- und Gesundheitspsychologe/Psychotherapeut (Verhaltenstherapie)

Akademischer Krankenhausmanager

Leiter des Instituts für Alternsforschung an der Sigmund Freud Privatuniversität Wien

Termine

  • 26. November 2026, 18:00 - 19:30

Beschreibung

Nahezu alle psychischen Erkrankungen gehen mit Schlafstörungen einher, aber auch Schlafstörungen selbst sind mit einer Störung der Befindlichkeit und Leistungsfähigkeit verbunden und stellen langfristig einen hohen Risikofaktor für die Entwicklung somatischer und psychischer Erkrankungen, insbesondere Depressionen und Angsterkrankungen dar. Dabei wurden insomnische Beschwerden, wie etwa Ein-und Durchschlafstörungen lange Zeit als Epiphänomene betrachtet, denen keine besondere Bedeutung für Diagnostik und Therapie zukam. Mit der Veröffentlichung von DSM 5, aber auch in der ICD-11, kam es durch die Einführung der „Insomnischen Störung“ zu einem Paradigmenwechsel: die Insomnie wird kann nun auch als unabhängige Störung diagnostiziert werden, die in bi-direktionalen Zusammenhang mit psychischen Erkrankungen steht.

Die exakte und frühe Diagnostik von Schlafstörungen, v.a. aber die konsequente Behandlung mit psychotherapeutischen Strategien ist vordringlich und notwendig, um die Alltagsfunktionalität Betroffener wiederherzustellen und insbesondere um Folgeerkrankungen zu vermeiden. Gerade bei Depressionen lässt sich die enge Beziehung zwischen Schlafstörungen und depressiver Grunderkrankung zeigen. Die klinische, wie auch die Grundlagenforschung hat in den letzten Jahren grosse Fortschritte in der Kenntnis dieser Zusammenhänge gemacht, die nun auch zunehmend in die Therapie einfliessen. 

Alle zur Zeit gültigen nationalen und internationalen Leitlinien der Insomnie - diagnostik und – therapie kommen aufgrund evidenzbasierter Analysen zu dem Schluss, dass die sogenannte KVT-I (Kognitive Verhaltenstherapie der Insomnie) den Goldstandard der Behandlung, eben auch bei Insomnien komorbide mit psychischen Erkrankungen, darstellt. Mehrere neue Studien und Meta-analysen haben gezeigt, dass sich mit der KVT-I sowohl das Risko für das Neuauftreten psychischer Erkrankungen reduzieren lässt und zudem Therapieverläufe bei psychischen Störungen generell verbessert werden können.

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